Lichthöhle & Herkulessäulen
Dicht nebeneinander liegen zwei der schönsten und bizzarsten Tauchgründe Ibizas. Der Eingang der Lichthöhle ist etwa zwanzig Meter weit und ebenso hoch, oben liegt er nur drei Meter unter dem Meeresspiegel. Kaum in der Höhle, kann man schon wieder auftauchen. Durch Risse in der Decke fällt Sonnenlicht auf den unterirdischen See und schafft Reflexionen und mit Spiegelungen an der glatten Wasserfläche eine zauberhafte Atmosphäre. Schwämme und gelbe Krustenanemonen überziehen die Wände, bunte Fahnenbarsche findet man hier in ungewöhnlich geringer Tiefe. Nur die hinteren Winkel der Lichthöhle haben echten Höhlencharakter, die weite Mündung schafft hier ganz besondere Bedingungen - übrigens auch für Fotografen!
Nur ein Stück weiter und leicht beim selben Tauchgang zu besuchen (wenn man sich vom Zauber der Lichthöhle trennen kann) liegen die Herkulessäulen. In einer Tiefe von nur wenigen Metern durchzieht eine tiefe, waagrechte Spalte den Fels, gestützt von riesigen Säulen. Fotografen sollten auch hier das Weitwinkelobjektiv nicht vergessen. In den Rissen der Höhlendecke steht Grundwasser an, und an einigen Stellen kann man hineintauchen und kosten!
Fahrtzeit: ca. 40 min mit dem Kutter.
 
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Cap Eubarca
Mehrere Höhlen, die teilweise tief in den Fels herabreichen, durchziehen dieses Kap. Da die Tiefe außerhalb der Höhlen rasch von 30 auf über 60 Meter abfällt, ist dieses Gebiet nur erfahrenen Tauchen zu empfehlen.
Fahrzeit mit dem Kutter: ca. 50 min.
 
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Cap Rubio
Eine Untiefe, die auf 10 m beginnt und bis 47 m abfällt. Spezialität: Edelkorallen ab 35 m!
Fahrzeit 25 min.
 
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Haarsternfelsen
Die seeseitige Wand dieses kleinen, bequem bei einem Tauchgang zu umrundenden Inselchen fällt steil auf etwa 35 Meter ab.
Auf halber Tiefe begann bislang das Reich der Haarsterne: sie waren hier so zahlreich wie sonst kaum irgendwo. Auf ihren Armen finden sich oft kleine Garnelen, ein Zusammenleben, das hier zum ersten Mal im Mittelmeer nachgewiesen werden konnte!
Warum waren? Seit diesem Jahr (´96) sind sie kaum häufiger als anderswo, die Ursache ist unbekannt. Die Entwicklung in
nächster Zeit wird sicher spannend.
Fahrzeit; ca 30 min.
 
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Isla Murada
Die Isla Murada ist das "Hausriff" von Puerto San Miguel. Zwei große Durchgänge an der Nordspitze,
mehrere Höhlen, steile Wände und sanfte Abhänge gestalten ein vielseitiges, immer wieder aufregendes Tauchgebiet.
Zackenbarsche sind hier häufig wie an kaum einem anderen Platz im Mittelmeer - nicht zuletzt dank
der Schutzbemühungen der Tauchbasisleiter. Besonders regelmäßig
(und zahlreich) finden sie sich über den Blockgründen vor der großen Höhle, ... wir haben hier
wunderbare Tauchgänge erlebt!
Klein Murada, eine Stöberecke nicht nur für Nachttauchgänge, und der Langustenfelsen liegen nahe bei, und zwischen der Insel und dem Festland finden sich oft riesige Barrakudaschwärme ein.
Fahrzeit nur 5 min.
 
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Isla Margaritas
Das von Höhlen, Durchgängen und Felsgalerien durchzogene Inselchen war früher nur Ziel für Tagesausflüge (Fahrzeit 80 min.) Mit dem neuen Speedboat ist es leicht erreichbar geworden - sofern nicht mehr als sechs Taucher dabei sind. Die fantastischen Unterwasser-Landschaften lohnen den Aufwand allemal. Barrakudas sind regelmäßige Gäste, unter zwanzig Metern finden sich Weichkorallen.
 
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Conger-Wrack
Vom dem Wrack aus dem letzten Jahrhundert sind heute nur noch die flach auf dem Boden liegenden Planken und Metallteile wie die Ankerwinsch. Auf dem 40 Meter tiefen, flachen Kiesboden bildet es einen Anziehungspunkt für Fische aller Art, hier leben zahlreiche große Meeraale und Muränen, Mondfische sind regelmäßige Gäste.
Fahrzeit 5 min.
 
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Felsen Benirras
Eine Felsnadel, die bis 35 m abfällt und gemütlich zu umrunden ist.
Fahrzeit 5 min.
 
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Russische Berge
Ein großen Felsen-U, das vom 33 Meter tiefen Sandboden bis zu 11 m unter die Oberfläche heraufragt. Ein Sammelpunkt für Fischschwärme, unter anderem Barrakudas!
Fahrzeit 15 min.
 
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Caldes
Ein flaches Felslabyrinth mit Canyons, Überhängen und Höhlen, faszinierend zum Stöbern. Die interessantesten Stellen liegen kaum 15 Meter tief, der Grund fällt in Stufen bis 30 m ab.
Fahrzeit 20 min.
 
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Puerto San Miguel - die Bucht
Nur wenige Taucher gehen in die Badebucht - zu unrecht! Bequem erreichbar findet sich hier fast alles, was sonst in der Ferne gesucht wird: Zackenbarsche und Muränen, Aale, jagende Seriolas, tiefe Überhänge, ... Seegraswiesen und Sandböden laden zum Stöbern ein, es finden sich Eidechsenfische, Flughähne und sogar Himmelsgucker. Fahrzeit: gar keine!
 
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Calo des Monton - die "Mondscheinbucht"
Kein Tauchgebiet - aber zum Abtauchen geeignet, zum Eintauchen in Ruhe und Erholung, Cafe con Leche, Hierbas und wundervolle Mondscheinnächte (sic!).
 
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Cala Benirras
Die Nachbarbucht, ohne Hotels, aber mit Restaurants und Standbar, ist die Wanderung wert - schon die Aussicht unterwegs lohnt sich.
 
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Isla Murada - ein Tauchgang
Langsam gleiten wir hinunter ins Blau, und vor uns taucht die Felswand der Isla Murada auf.
Heute ist das Wasser reich an Plankton und viel trüber als sonst. Vor uns treibt eine stattliche, fast bis zur Unsichtbarkeit durchsichtige Rippenqualle. Als ein anderer Taucher unter uns schwimmt, wird sie von einem Luftblasenschwall hinweg gewirbelt. Wir wenden uns nach rechts und folgen den von Höhlen durchzogenen Klippen.
Dann öffnet sich der erste Durchgang im Fels. Zwei davon sind es, die das Kap der kleinen Insel durchziehen. An den Tunnelwänden wachsen gelbe Rasen von Krustenanemonen, und in den zahllosen Löchern der Bohrmuscheln sind die braun-weißen Siphonkanäle zu erkennen. Andere Bohrgänge sind von Feilenmuscheln besetzt, deren weiße Tentakel orangefarbene Siphone umrahmen.
Korallen strecken ihre durchscheinenden Arme ins Wasser,
und die unergründlichen Augen eines Drachenkopfs leuchten vor uns im Scheinwerferlicht auf.
Wir schwimmen weiter, und als wir den Ausgang erreichen, sehen wir den ersten großen Barsch. An der Wand entlang, vorbei am kleinen Hinterausgang der großen Höhle, geht es zum zweiten Durchgang.
Hinter seinem Tor eröffnet sich uns ein großartiger Anblick. Auf dieser Seite der Insel ist das Wasser kristallklar. Wolken von Mönchsfischen, wie man sie sonst nur aus Korallenriffen kennt, füllen das Panorama, und ein paar Barrakudas ziehen ihre Bahn durch dieses Schlaraffenland. Wir lassen uns langsam zu Boden sinken, um nicht zu stören. Über den riesigen Felsblöcken stehen Schwärme von Meerraben, und dazwischen schwimmen große Zackenbarsche gemächlich durch ihr Reich. Es sind zwei Arten, der Braune- und der Spitzkopf-Zackenbarsche, erwachsene Exemplare, wie sie im Mittelmeer heute nur noch selten zu finden sind. Hier sind es vielleicht acht Tiere in unserem Blickfeld. Hoffentlich kommen heute keine Harpunieries zur Isla Murada.
Langsam gleiten wir hinab in das Labyrinth der Felsblöcke, in die Welt der Barsche und Meerraben. Wir kommen uns winzig vor, wie kleine Fische, die sich zwischen Steinen verstecken. Doch heute ist hier nicht viel los, das Leben spielt sich oben ab. Ob die leichte Strömung daran schuld ist?
Ein Blick auf das Finimeter zeigt, daß wir umkehren müssen. Diesmal schwimmen wir um das Kap herum. 'Kommen wir auf diesem Weg überhaupt zurück?' frage ich mich plötzlich. Sind wir nicht durch die unterseeischen Tunnel in eine andere Welt gelangt, eine andere, magische Dimension, die wir nur auf dem selben Wege wieder verlassen können? Was wäre...
 
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Murada - noch ein Tauchgang
Wir tauchen unter. Die Felsen der Insel fallen noch einige Meter senkrecht ab, um dann in großen Stufen hinunter ins Blaue zu führen. Gemächlich schwimmen wir am Fuß der Wand entlang und stöbern nach Kleintieren. Um uns tummeln sich Meerjun ker, Meerpfauen und Mönchsfische, die eifrig ihre Gelege verteidigen. Unter Überhängen und in Spalten finden sich die prächtig roten Meerbarbenkönige, deren blaue Augenstreifen zeigen, daß die Augen der Tiere immer waagrecht stehen. Manche scheinen einen vollen Mund zu haben. Nachwuchs? Zumindest sind sie Maulbrüter. Der Kalkstein am Boden ist dicht mit Algenbüscheln bewachsen, dazwischen sitzen schwarze Lederschwämme. Mit etwas Glück und einem guten Auge kann man auf ihnen winzige, weiße Nacktschnecken mit gelben Tupfen entdecken. Wir suchen diesmal vergeblich, aber dafür finden wir auf einem Flecken blankem, nur mit kurzen Algenfäden und Bohrschwämmen besetzten Fels die ebenso kleine Grüne Samtschnecke Elysia viridis. Die kaum fingernagellangen, unauffällig grünlichweißen Schnecken sind zwischen ihren Parapodien kräftig grün gefärbt. Dort werden in feinen Darmanhängen die Chloroplasten der gefressenen Algen dem Sonnenlicht ausgesetzt, um für eine Weile noch die Schnecke zu versorgen. Nicht ganz so häufig, aber auffälliger ist ihre Verwandte, die Gestreifte Flügelschnecke Thuridilla hopei mit den prächtigen blauen, gelben und weißen Streifen auf samtschwarzem Grund.
Dort, wo an der überhängenden Wand das Licht für die Algen knapper wird, verdrängen rote und blaue Krustenschwämme und Korallen den Pflanzenwuchs. Dazwischen gedeien die kleinen Bäumchen der Hydropolypen, und an manchem leuchten schon von weitem sichtbar violette Fadenschnecken. Sie lagen die Nesselzellen ihrer Nahrung in die Rückenanhänge ein, um sie zur eigenen Verteidigung zu nutzen.
In einer leeren Wurmschneckenröhre hat sich ein Bunter Einsiedlerkrebs eingenistet, der einzige Einsiedler im Mittelmeer, der sich auch in festsitzenden Gehäuse und Bohrlöchern ansiedelt. Derzeit vermutet man, daß die Weibchen stationär sind, während die Männchen gewöhnliche Schneckenhäuser bewohnen. Daneben läßt eine lebendige Wurmschnecke ihr Schleimnetz im Wasser treiben.
Dann haben wir unser Ziel erreicht, die große Höhle von Murada. Sie öffnet sich direkt über den Blockgründen, fast an der Spitze der Insel, zwei Meter breit viel leicht, und fast doppelt so hoch. Wir schalten unsere Lampen an und dringen langsam ins Innere der Isla Murada vor. Hier gibt es keine Algen mehr, nur Schwämme, Röhrenwürmer und Korallen. Etwas bewegt sich, und wir entdecken eine Wollkrabbe. Dafür stöbern wir heute erfolglos nach Kaurischnecken. Dafür hat sich eine Katzenfuß-Kammuschel auf dem Fels verankert. Ihre leeren Schalen findet man sonst meist am Fuß von Steilwänden. Zwischen ihren roten Rippen siedeln Bryozoen, kleine Schwämme und die bäumchenförmige Korallen-Foraminifere.
Nach einigen Metern erweitert sich die Grotte zu einem geräumigen Kessel. Feiner Schlamm bedeckt den Boden, und darin stehen Zylinderrosen und Pfauenwürmer. Vorsichtig, um nichts aufzuwirbeln, steigen wir höher in die weiten Felsspalten. Eine Einhorngarnele mit blauen Eiern flieht vor dem Licht. Norma lerweise lebt sie in der Tiefsee, nur in Höhlen tritt sie auch im Flachwasser auf. Ein großer Bärenkrebs schreitet gemächlich über eine weiße Schwammkruste. Wie die Scherengarnelen ist er hier regelmäßig zu finden.
Fische dringen selten in diese Dunkelheit vor. Nur wenn wir die Lampen ausschalten, zeigt ein blasser blauer Schimmer die Richtungen der beiden Ausgänge an. Trotzdem gibt es hier Leben, das weiße Netz der Wurmröhren an den Wänden zeugt davon. Dazwischen sitzen runde, pfenniggroße graue Schalen, die auf den ersten Blick wie Muscheln erscheinen. Doch der Eindruck täuscht, es sind Armfüßler (Brachiopoden). Neocrania anomala, so der Name, ist ein lebendes Fossil. Seit dem Erdaltertum hat sich dieses Tier kaum verändert.
Wir haben die Hälfte unseres Luftvorrats verbraucht, und es wird Zeit, ans Tageslicht zurückzukehren. Gemütlich machen wir uns auf den Weg zum Boot. Unterwegs beobachten wir einen Mittelmeer-Putzerlippfisch, der einen großen Verwandten reinigt. Am Anker angekommen, haben wir noch immer genügend Flaschendruck, um in den Wachsrosen nach Partnergarnelen, Gespensterkrabben und anderen Mitbewohnern zu suchen, oder um den Schleimfischen (ein schrecklicher Name, ich bevorzuge doch 'Blennies') zuzuschauen.
Eigentlich gäbe es noch so viel zu erzählen.
40 Bar. Auftauchen.
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