Puerto San Miguel ist seit Jahren
unser liebstes Tauchgebiet. Fast schämt man sich zu sagen, daß es auf Ibiza
liegt, der klassischen "Neckermann-Insel". Als Helmut Göthel (der den "Farbatlas
Mittelmeerfauna" geschrieben und fotografiert hat -
letzteres größtenteils
in Puerto San Miguel) mir von diesem Platz vorschwärmte, dachte ich immer
´Ibbitza, laß ihn nur reden´ - bis er es dann doch geschafft hat, mich von
einer Reise zu überzeugen.
Seitdem ist es unser liebstes Reiseziel, und ganz bestimmt ist es eines
der besten Tauchgebiete im ganzen Mittelmeer.
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Puerto San Miguel liegt an der Nordküste von Ibiza.
Obgleich die spanische Insel als Tourismushochburg bekannt ist, birgt sie
eines der schönsten und reichhaltigsten Naturgebiete des Mittelmeeres.
Über hundert Meter hoch ragen die steilen Kalksteinwände der Nordküste
in die Höhe, in ihren Nischen brüten Wander- und Eleonorenfalken. Wenige
Buchten unterbrechen die Felskulisse, und nur einige von ihnen sind touristisch
erschlossen. Die Unterwasserwelt hält, was das faszinierende Panorama über
den Wellen verspricht. Hier fallen Steilwände des Haarsternfelsens senkrecht
in die Tiefe, dort erstreckt sich das Labyrinth von Caldes, eine faszinierende
Landschaft aus Kanälen, Felsblöcken und Tunnels.
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Die Isla Murada, über Wasser von verfallenen Mauern gekrönt und von einer nur
hier vorkommenden Eidechsenrasse bewohnt, ist unter dem Meeresspiegel von
Durchgängen und Höhlen durchzogen. Hier findet man das lebende Fossil Crania,
ein unauffälliges, nur auf den ersten Blick muschelähnliches Wesen, das
sich seit 400 Millionen Jahren kaum verändert hat. Auch hat die Isla Murada
einen besonders reichen Bestand an Zackenbarschen und anderen
Großfischen, nicht zuletzt ein Verdienst der Tauchbasisleiter
Gisi und Rainer, die mit hohem persönlichen Einsatz versuchen,
Unterwasserjäger und -wilderer von der Küste San Miguels fernzuhalten.
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Das Loblied auf die
Tauchplätze Puerto San Miguels ließe sich noch lange fortsetzen, über das Wrack und die
Lichthöhle und die Herkulessäulen... Aber genug der Schwärmerei. Besonders zu
erwähnen ist vielleicht noch die hier in San Miguel erstmals im Mittelmeer
beobachtete Lebensgemeinschaft zwischen Haarsternen und Garnelen - nur eines der
vielen biologischen Highlights.
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Puerto San Miguel (oder, in der eigentlichen Landessprache, dem Katalanischen,
Port de Sant Miquel) war einmal Fischerhafen der in piratensicherer Distanz
auf den Bergen gelegenen Ortschaft San Miguel. Hafenanlagen hat es freilich
nie gegeben, nur die charakteristischen Bootshäusern mit ihren hölzernen
Rutschen.
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Erst der Tourismus hat die Ansiedlung wachsen lassen, auf angenehmere
Weise allerdings als man sie sonst aus den spanischen Urlaubsgebieten kennt.
Die beiden großen Hotels sind in Terrassen an den Berg gebaut, kein weißer
Block verstellt, wie anderswo so häufig, die Bucht von Puerto San Miguel.
Hervorzuheben ist auch, daß die Ansiedlung ebenso wie der Mutterort in
den Bergen über eine Kläranlage verfügt. Vielleicht ist das der Grund dafür,
daß man schon in der Badebucht Zackenbarsche und Muränen, Meeraale, Flughähne
und andere Besonderheiten finden kann.
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Puerto San Miguel bietet dem Touristen umfangreiche Unterhaltungsmöglichkeiten,
von der Animation der Hotels bis zur Diskothek und vorzüglichen Restaurants.
Doch wer den Trubel meiden möchte, braucht nur ein kurzes Stück in die
benachbarte Calo des Montons (oder, unter Tauchern, Mondscheinbucht) zu
gehen, um ruhige Gemütlichkeit zu finden. Wer weiter wandern möchte, kann
zum Beispiel den alten Piratenwachturm hoch über den Klippen besuchen,
die Cala Benirras oder viele weitere Wege erkunden.
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