Die Ibiza-Seite

Ibiza & Puerto San Miguel

 

Ibiza

Ibiza ist die westlichste der Baleareninseln, und wie ihre Nachbarn und so viele andere Küstenstriche ist sie vom Massentourismus nicht verschont geblieben. Viele Buchten sind mit Hotels und Touristensiedlungen gepflastert, und manchmal hat man tatsächlich einen weißen Betonquader quer vor den Strand gebaut. Allerdings gibt es auch noch schöne, unverbaute Strände, an denen nur ein kleines Strandcafé die Einsamkeit stört und zu ertragen erleichtert. Selbst von der Badebucht San Miguels sind es nur ein paar Hundert steinige Meter bis zu einem Seitenzweig der der Bucht, der stillen Cala des Monton. Auch Puerto San Miguel selbst (oder, in der eigentlichen Landessprache, dem Katalanisch, Port de Sant Miquel) ist von den großen Hotels nicht verschont geblieben, doch sind die größten Bauten in Stufen an den Berg gebaut und stören so zumindest nicht die Aussicht...
Wachturm bei San Miguel Wahre Einsamkeit zu finden, wird an den Küsten Ibizas (oder, wo wir schon beim katalanischen waren, Eivissas) also schwer fallen, es sei denn, man scheut nicht den beschwerlichen Weg hinauf auf die hohen Klippen, wo sich, zum Beispiel vom alten Piratenwachturm San Miguels, wunderbare Aussichten bieten. Kilometerweit ziehen sich die hohen Felswände dahin, nur an wenigen Stellen von steilen Pfaden unterbrochen, über welche die Fischer zu ihren an die Steine gedrückten Bootshäuschen gelangen. In den Spalten nisten Scharen von Mauerseglern, Wander- und Eleonorenfalken, oben huschen Eidechsen über die Pfade zwischen den Wacholderbüschen, und es duftet nach Harz und Kräutern.
Straße bei St. Antonio Zur Landseite geht der Blick über die ausgedehnten, typischen mediterranen Pinienwälder bis zur Kirche von San Miguel hoch auf ihrem Hügel. Denn die eigentliche Ortschaft liegt in sicherer Entfernung von der Küste, die vor langer Zeit Piraten unsicher gemacht hatten. Wenn dann das Feuer auf dem Turm entzündet wurde, blieb den Bewohnern noch Zeit, sich in die wehrhafte Kirche zu flüchten und die Türen zu verbarrikadieren. (Der sogenannte Hafen war, bevor als letzte Plage die Touristen einfielen, nicht mehr als eine Bucht mit ein paar Schutzhütten für die Boote, die auf hölzernen Rutschen aus dem Wasser gezogen werden konnten.)
Die urspünglichen Dörfer der Insel bestanden aus weit verstreuten Gehöften, deren Zentrum die namensgebende Kirche war. Noch heute entsprechen manche Ansiedlungen diesem Muster. Auch San Miguel de Balansat entsprach einst diesem Muster. Der jetzige Dorfkern ist neueren Datum. Insgesamt war die Insel bis zum Auftauchen der Touristen dörflich geprägt. Die einzige echte, alte Stadt ist Ibiza selbst (allerdings hat auch San Antonio de Portmany - Portus Magnus - eine lange Geschichte). Die Siedlungsgeschichte reicht mindestens bis zu den Phöniziern zurück. Nach ihnen kamen Römer, Vandalen, Byzantinier, Araber, Franken, wieder Araber und schließlich die Spanier. Die Festung von Ibiza stammt aus dem 16. Jahrhundert.

San Miguel, Kirche Hund Ibiza Stadt

An den Rändern der Städte wuchern Gewerbe und Discotheken, das Landesinnere Ibizas ist aber noch immer von Pinienwäldern und von der Landwirtschaft geprägt. Die rote Erde der Felder leuchtet fast, wo frisch aufgebrochen worden ist. Mauern aus Naturstein grenzen die Stücke ab und bilden Terrassen an den Hängen. Neben den üblichen Feldfrüchten werden vor allem Johannisbrot-, Mandel- und Olivenbäume angepflanzt. Typsich sind die Zisternen und die Bewässerungsrinnen, in denen das Wasser nach ausgeklügeltem System zu den Pflanzen geleitet und verteilt wird. Dies ist dringend notwendig, denn nur der Rio Sta. Eulalia führt, zumindest in Teilen seines Laufs, das ganze Jahr über Wasser. Die anderen Flußläufe füllen sich nur im Winter oder nach heftigen Regenfällen - dann jedoch mit beeindruckender Macht.

Cala Benirras So, es sollte kein Reiseführer werden, und daher endet dieser Überblick über die Insel und die Stadt Ibiza an dieser Stelle. Zum Schluß noch einige Daten: Ibiza ist 593 km2, 41 km lang und 20km breit. Die höchste Erhebung ist der Atalayasa mit 475 Metern.
Den Rest kann man in der einschlägigen Reiseliteratur nachlesen oder, besser noch, selbst erkunden.

 

Ich danke Michael Gries für die Erlaubnis, diese Seite mit seinen Zeichnungen zu illustrieren.

 


Marlis & Dennis Merbach
dennis@merbach.net

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